Und als nächstes die NZZ?

1) Tages-Anzeiger, 26. November 2010, Andreas Flütsch

Ein Rechtsliberaler zwischen FDP und Avalon

Die Wahl von Konrad Hummler zum Präsidenten der NZZ-Gruppe im nächsten Frühling ist nur noch eine Formalität. Man kann also mit Fug jetzt schon sagen, dass der Chef und Mitinhaber der St. Galler Privatbank Wegelin & Co. bald nochmals deutlich an Einfluss gewinnt...

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2) Sonntags-Zeitung, 28. Nov. 2010, Hanspeter Bürgin

NZZ-Meyer verneint «Machtkampf»

Es gab in keiner Phase «je auch nur den geringsten Druck im Gegenteil». Mit diesen Worten dementiert der abtretende NZZ-Präsident Conrad Meyer Gerüchte über einen unfreiwilligen Abgang. Am letzten Mittwoch hatte der NZZ-Verwaltungsrat überraschend mitgeteilt dass der Sankt Galler Privatbankier Konrad Hummler im kommenden Frühjahr zum neuen Verwaltungsratspräsidenten gewählt werden soll.

Der NZZ-Mediengruppe gehe es «finanziell erfreulich gut», schreibt Meyer auf Anfrage, «und wir haben ein grundsolides finanzielles Fundament». Nach zehn Jahren Präsidium sei es «Zeit für einen Wechsel – und eine neue Kraft». Er habe sich «bereits vor einiger Zeit» für den Rücktritt entschieden. Dieser erfolgt nun bereits zur Mitte der vierjährigen Amtsperiode.

Das schlechte Resultat bei seiner Wahl (rund 25 Prozent Gegenstimmen) sei «weder für den Verwaltungsrat noch für mich je ein Problem gewesen», hält Conrad Meyer weiter fest. Den von BaZ-Chefredaktor Markus Somm öffentlich behaupteten «Machtkampf» im Verwaltungsrat zwischen den Traditionalisten des FDP-Filzes und der neuen Generation von unabhängigen Wirtschaftsleuten mit Sympathien für die SVP dementiert Conrad Meyer in aller Form. Die neuen NZZ-Verwaltungsräte würden in erster Linie «wichtige Kompetenzen» mitbringen. An der Kultur habe sich durch ihre Wahl nichts geändert. Meyer betont: «Ein Machtkampf ist weder im Gange noch im Geringsten spürbar.»

Aus eigenem Antrieb verteidigt Meyer nochmals den Entscheid, die «Basler Zeitung» «nicht zu jedem Preis» gekauft zu haben. Die aktuellen Entwicklungen in Basel hätten «die Richtigkeit unseres Handelns bestätigt».

Konrad Hummler will sich erst im Frühjahr zu seiner neuen Rolle bei der NZZ und «Entwicklungen in der Medienlandschaft» äussern. Klar ist, dass er sich nicht mehr als Präsident der Vereinigung Schweizerischer Privatbanken wählen lassen wird. Seine Pressestelle schreibt: Dieses Mandat ist immer auf drei Jahre beschränkt und dauert somit bis zum Juni 2011.»

Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung des Verfassers.